
Ponyrassen leben auf den bitischen Inseln: in Irland die Connemara Ponies, in Schottland die Highland und Shetland Ponies, in Wales die Welsh Mountain Ponies und in England die Dale, Fell, New Forest, Exmoor und Dartmoor Ponies. Auch wenn die Tiere im Dartmoor Nationalpark den größten Teil des Jahres frei leben, sind es dennoch keine Wildpferde. Alle Ponies haben ihre Besitzer und tragen ein Brandzeichen. Die meisten Herden sind standortreu und die Ponies waren vor lange Zeit unentbehrlich, da perfekt angepasste und universell einsetzbare Arbeitstiere.

mit ihren kleinen, schmalen Felder und den buckligen Mauern aus Findlingssteinen wurden ausschließlich mithilfe der Ponies bewirtschaftet. Alle landwirtschaftlichen Hilfsgeräte waren der Größe der Ponies angepasst. Und wo keine Wasserkraft zur Verfügung stand, liess man die Ponies im Kreis laufen und so die Mühlen antreiben. Da es nur wenig Straßen gab, waren die robusten, trittfesten Ponies oft auch einziges Fortbewegungsmittel und boten die einzige Möglichkeit, die weite Heidelandschaft zu durchqueren. Horse Craft musste im Dartmoor keiner lernen, jeder wurde damit gross, der Umgang mit den Tieren war Alltag.
Alljährlich im Herbst wurden die Ponies bei den Autumn Drifts zusammengetrieben, auf ihre Besitzer verteilt und die neuen Fohlen gebrandmarkt. In den alten Tagen war die Zucht ein lohnender Nebenerweb für die Farmer, denn sie hatten nicht viel Arbeit mit den Ponies, konnten aber Jahr für Jahr eine beträchtliche Anzahl verkaufen.

im Dartmoor wurden die Tiere eingesetzt. Als die Minen um 1930 schlossen, wurden die Ponies zu Tausenden in Kohleminen in anderen Gegenden Englands eingesetzt. Sie wurden dafür mit Shetland Ponies gekreuzt, um kleinere Tiere für die engen Stollen zu erhalten. Nach dem zweiten Weltkrieg aber veränderte sich alles. Die Elektrizität hatte das Dartmoor erreicht und mehr und mehr Farmer wurden stolze Besitzer eines Traktors. Die Ponies wurden allmählich überflüssig und die Zucht sträflich vernachlässigt.

im Dartmoor Nationalpark kommen und wie lange sie bereits hier leben, weiss heute niemand mehr. Wohin viele von ihnen, vor allem einjährige Fohlen, in den sechziger und siebziger Jahren gingen, wussten Insider dagegen genau: von den Herbstauktionen direkt ins Schlachthaus und weiter in die Hundefutterfabriken. Traurig aber wahr: Die Zucht der kleinen sympathischen, belastbaren Arbeitstiere steckte in einer Sackgasse. Weder auf Farmen noch in den Bergwerken wurden sie noch gebraucht. Die Farmer hatten das Interesse an der Zucht verloren.

Probleme durch freilaufende Pferde anderer Rassen. Die kamen mit den Städtern und Freizeitfarmern und paarten sich mit den reinrassigen Dartmoor Ponies. Die Folge: Viele der einst robusten, genügsamen Tiere waren den rauen Witterungsbedingungen nicht mehr gewachsen und litten besonders in den Wintermonaten Hunger. In der schlimmsten Not ließen Hilfsorganisationen mit Helikoptern schon mal Heu einfliegen.

war klar, die Dartmoor Ponies würden ohne radikale Veränderungen der Lebens- und Zuchtbedingungen aussterben. Die 1924 gegründete Dartmoor Pony Society, seit dieser Zeit sind die Dartmoor Ponies als eigene Rasse anerkannt, rief gemeinsam mit der Nationalpark Verwaltung und dem Herzog von Cornwall das Dartmoor Moorland Scheme ins Leben. 1988 wurde eine neue Fläche im Moor eingezäunt. Solch eine neue Weidefläche, im Dartmmor als Newtake bezeichnet, wurde mit zwanzig ausgewählten Muttertieren und einem Zuchthengst besetzt. Besitzer wurden aufgefordert ihre Tiere registrieren zu lassen und die besten wurden zur Zucht freigegeben.

reagierte und setzte das Dartmoor Pony auf die Liste der gefährdeten Rassen. Zählte der Bestand 1950 noch 30.000 Tiere, sind es heute nur noch runde 3.000. Das Zuchtprogramm zeigte Erfolg. Zwar leben heute noch immer viele Mischlinge im Dartmoor Nationalpark, aber der Rückgang der Rasse konnte gestoppt und die Qualität des Bestands verbessert werden.