Copyright Text & Fotografie Stefan Kälberer / Februar 2008
Überforen
Vergängliche Kunstwerke aus Eis
Zu keiner anderen Jahreszeit ist es so einfach, die phantastische Formenvielfalt der Natur zu entdecken. Derzeit braucht es kein Elektronenrastermikroskop, um das unerschöpfliche kreative Potential der Elemente bewundern zu können. Ein paar eisig kalte Nächte und Tage genügen, um Gräben, Pfützen und Teiche in eine Galerie abstrakter Kunst zu verwandeln.
Canon 20D bei ISO 200 mit EF L 4.0/17-40 ... kurz belichtet @ 1/5 sec und f8
Müsset im Naturbetrachten
Immer eins wie alles achten;
Nichts ist drinnen, nichts ist draußen:
Denn was innen, das ist außen.
Johann Wolfgang von Goethe
Bildgalerie: Kunstwerke aus Eis
Canon 20D bei ISO 200 mit EF L 4.0/17-40 ... kurz belichtet @ 1/60 sec und f8
Canon 20D bei ISO 800 mit EF 1.4/50 ... kurz belichtet @ 1/50 sec und f8
Canon 20D bei ISO 200 mit EF 2.8/100 Macro ... kurz belichtet @ 1/50 sec und f8
Canon 20D bei ISO 400 mit EF L 4.0/17-40 ... kurz belichtet @ 1/60 sec und f8
Canon 20D bei ISO 400 mit EF 2.8/100 Macro ... kurz belichtet @ 1/100 sec und f8
Canon 20D bei ISO 100 mit EF 2.8/100 Macro ... kurz belichtet @ 1/125 sec und f8
Canon 20D bei ISO 200 mit EF 2.8/100 Macro ... kurz belichtet @ 1/200 sec und f8
Canon 20D bei ISO 400 mit EF 2.8/100 Macro ... kurz belichtet @ 1/125 sec und f8
Canon 20D bei ISO 100 mit EF 2.8/100 Macro ... kurz belichtet @ 1/160 sec und f8
Canon 20D bei ISO 400 mit EF 2.8/100 Macro ... kurz belichtet @ 1/200 sec und f8
Alle Aufnahmen entstanden in einem Zeitraum von weniger als zwei Stunden. Am nächsten Tag, es zog mich noch einmal hinaus zu diesen faszinierenden Eisformationen, war bereits über die Hälfte der Motive zerstört. Wissbegierige Naturen hatten die überfrorenen Pfützen und Gräben in ihrem Forscherdrang dem ultimativen Härtetest unterzogen. Die Frage, die sie ganz offensichtlich gequält haben muss, lautete: wieviel Stiefeltritte, wieviel Stockhiebe sind nötig um massives Eis brechen zu lassen? Die traurige Antwort: erstaunlich wenige! Noch einmal zwei Tage später war die ganze, flüchtige Pracht dahin. Einsetzendes Tauwetter hatte den vergänglichen Kunstwerken den Rest gegeben.
Das schönste Glück des denkenden Menschen ist,
das Erforschliche erforscht zu haben
und das Unerforschliche ruhig zu verehren.