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Copyright Text & Fotografie Stefan Kälberer / August 2006

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oder    die Reisen des Rupert Barker & Tyson Spencer Malone, Teil II

Die beiden Freunde stehen in Tyson Spencer Malone´s Arbeitszimmer, zwischen meterhoch aufgestapelten Fotozeitschriften, halbleeren Biergläsern und angebissenen Butterbroten. Inmitten dessen, was er selbst als kreatives Chaos bezeichnet. Inmitten dessen, was Rupert Barker schlicht als einen Saustall bezeichnet. Sie betrachten Bilder auf einem flirrenden Computermonitor. Tyson Spencer Malone korrigiert Fehlfarben, schiebt an virtuellen Reglern, schärft, verwischt, entfärbt. Kurzum, er sagt er sei kreativ. Rupert Barker sagt, er sei eine Schande für seine Zunft.

  

     

Hölzerner Indianer, Royal Windsor Station, England

   

   

tyson spencer malone      farbe bekennen heißt überflüssiges beiseite schieben und zum wesentlichen kommen.

rupert barker       die aufgabe eines fotografen ist es, die wirklichkeit wirklichkeitsgetreu abzubilden, und nicht sie zu manipulieren, basta. aber dich als fotografen zu bezeichnen, ist, wie schon gesagt, ohnehin eine schande für die gesamte zunft.

   

      

Arbeiter beim Sägen eines Marmorblocks, Carrara, Italien

      

   

tyson spencer malone       farbe ist nur eine sinnesempfindung und keine physikalische eigenschaft des betrachteten objekts.

rupert barker       du versündigst dich am technischen fortschritt, tyson spencer malone! die heerscharen von hochmotivierten ingenieuren haben die digitalfotografie nicht vorangetrieben, damit du ihre fortschritte wieder zunichte machst. satt leuchtende farben, das wollen die menschen sehen. nicht deine fahlgrauen entgleisungen.

   

      

Baustellenschild Vauxhall Bridge, London

   

   

tyson spencer malone       wer alles in den wildesten farben ausmalt,läuft schnell gefahr nicht mehr ernst genommen zu werden.

 rupert barker         wenn hier einer nicht für voll genommen werden kann, mein lieber freund, dann bist du das! fotografie muss die wirklichkeit so abbilden wie sie ist, punkt, aus, basta! kauf dir einen pinsel und schmeiß deine kamera ins klo, wenn du glaubst ein künstler zu sein.

         

Alte Dame vor Brautmodenladen, Edinburgh, Schottland

   

   

tyson spencer malone       man kann einer sache nur farbe geben, indem man sie einer anderen nimmt.

rupert barker      und dir hätte man nie eine kamera geben dürfen. farbe ist kein ballast, farbe ist die konsequenz aus unserer art zu sehen. ausserdem ist genug farbe da für das ganze bild.

    

         

Empore im Whiteleys Kaufhaus, Kensington, England

   

   

tyson spencer malone       alle zwischen schwarz und weiss liegenden grauwerte sind unbunt, alle anderen farben sind bunt. das haben wissenschaftler herausgefunden.

rupert barker       willst du photographieren oder philosophieren? ich wiederhole mich ungern, tyson spencer malone, aber du solltest deine kamera wegschmeißen und deinen computer gleich mit.

   

      

Passant in einer Seitengasse, Cork, Irland

      

   

tyson spencer malone       farbe ist letztlich nur dort wo wir sie sehen wollen!

rupert barker       dass du ein gestörtes wahrnehmungsvermögen, vielleicht sogar ein gestörtes sehvermögen hast, ist mir schon lange klar. sag mir bescheid, wenn ich dir einen termin beim optiker machen soll ...

   

      

Wartende an einer Bushaltestelle, Dijon, Frankreich

   

   

alle Aufnahmen entstanden mit einer Canon G3 mit 2.0-3.0/7-29 (=35-140 bei KB) bei ISO 50
   
Motiv No.1       Burro, Viana, Portugal
Motiv No. 2       Marmorblock, Carrara, Italien
Motiv No. 3       Vauxhall Bridge, London, England
Motiv No. 4       Brautmoden, Edinburgh, Schottland
Motiv No. 5       Kaufhaus Whiteleys, Kensington, England
Motiv No. 6       Seitengasse, Cork, Republik Irland
Motiv No. 7       Quartier Gare du Midi, Brüssel, Belgien
   

   

COPYRIGHT 2006 Text & Fotografie STEFAN KÄLBERER

   

   

 

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