
Das Auflösungsvermögen des Sensors einer Digitalkamera wird in Pixel angegeben. Der Begriff Pixel ist aus den beiden englischen Begriffen picture und element entstanden und steht für die kleinste Einheit des Aufnahmesensors. Ein Sensor mit beispielsweise 2.000 x 1.500 Pixel verfügt über 3 Million Pixel oder 3 Megapixel. Bei der von mir derzeit eingesetzten Canon 20D ergeben die 3.522 x 2.348 Pixel des CMOS-Sensors eine Auflösung von 8.269.656 Pixel oder 8,2 Megapixel. Für meinen Geschmack wird derzeit, der Trend schwächt sich glücklicherweise allmählich etwas ab, viel zuviel über Megapixel aber viel zu wenig über andere, wichtige Faktoren diskutiert. Bestes Beispiel sind die Kit-Objektive der Einstiegs-DSLRS. Diese Zooms sind meist nicht viel mehr als in Kunststoff gefasste Scherben. Und ich gehe so weit, zu behaupten, dass eine DSLR mit 6 Megapixel und einem Spitzenobjektiv eine bessere Bildqualität abliefert als eine DSLR mit 10 Megapixel, vor die ein trübes Kit-Objektiv geschraubt wurde. Eine exakte Belichtung und exakte Scharfstellung sind für ein perfektes Foto ebenfalls enorm wichtig.
Möchte man nun ein digitales Bild mit dem Tintenstrahldrucker zu Papier bringen, muss man diesen erst einmal die gewünschte Druckauflösung wissen lassen. Denn ein Drucker setzt das Bild aus unzähligen dicht an dicht aufs Papier geklecksten Farbpunkten zusammen. Die Druckauflösung wird in dpi, ausgeschrieben dots per inch, angegeben. Bei 300 dpi setzt der Drucker also auf einer Länge von 2,54 cm (= 1 inch) 300 einzelne Punkte (= dots) oder umgerechnet rund 118 Punkte pro Zentimeter oder knapp 12 Punkte pro Millimeter! 300 dpi ist auch die von den meisten Verlagen verlangte Auflösung für den Buchdruck. Mit dem Tintenstrahldrucker angefertigte Fotos ergeben aber auch mit 240 dpi noch eine hervorragende Qualität.
Mit diesem Wissen ist es nun eine einfache Aufgabe, die maximale Druckgröße einer bestimmten Kamera zu berechnen. Die Auflösung des Sensors geteilt durch die erforderliche Druckauflösung ergibt die maximale Druckgröße in inch. Im Falle der Canon 20D reichen die horizontalen 3.522 Pixel bei 300 dpi also für 3.522 : 300 = 11,74 inch, entsprechend 29,8 cm und die vertikalen 2.348 Pixel für 7,83 inch, entsprechend 19,9 cm (= DIN A4). Wird die Auflösung auf 240 dpi verringert, sind wir bereits bei einer Ausgabegröße von 37,2 x 24,8 cm, nähern uns also bereits A3-Terrain. Dabei entspricht ein Aufnahmepixel immer einem Farbklecks des Tintenstrahldruckers. Das Foto wird weitestgehend so wiedergegeben, wie es der Kamerasensor aufgezeichnet hat.
Soll das Bild kleiner gedruckt werden, müssen überschüssige Pixel entfernt, über Bord geworfen werden. Das ist kein größeres Problem und beeinträchtigt die Bildqualität nicht bzw. kaum. Soll das Bild dagegen größer gedruckt werden, müssen die Bilddaten interpoliert werden. Im Klartext heißt das, ein Bildbearbeitungsprogramm erfindet die fehlenden Pixel und orientiert sich dabei an den benachbarten, vorhandenen Bildinformationen. Mit einem guten Bildbearbeitungsprogramm und nicht allzu starker Vergrößerung können die erzielbaren Ergebnisse durchaus gut bis sehr gut ausfallen. Diese Vorgehensweise erfordert aber einige Erfahrung, möchte man optimale Ergebnissen erhalten.
Monitore von Laptop- oder Desktop-Computern arbeiten meist mit 72 ppi (= pixel per inch), also mit einer weit geringeren Auflösung. Um digitale Bilddateien auf dem Computerbildschirm korrekt beurteilen zu können, müssen diese grundsätzlich in der 100%-Darstellung betrachtet werden. Dann entspricht ein Pixel des Kamerasensors einem Pixel auf dem Monitor. Bei größerer oder kleinerer Darstellung werden die Bilddaten von der Software (Bildbearbeitungs- oder Bildbetrachtungsprogramm) verändert und eine klare Beurteilung der Schärfe und anderer wichtiger Details ist nicht mehr möglich.
Als Fotograf, der jahrelang nur Diafilme belichtete, kann ich über die Möglichkeit der sofortigen Bildkontrolle nicht lange und laut genug jubeln. Diafilme müssen sehr exakt belichtet werden, sollen sie nicht zu dunkel oder zu hell auszufallen. Oft reicht eine Über- oder Unterbelichtung von einer halben Blende und das Resultat ist reif für den Papierkorb, zumindest aber für die Großprojektion ungeeignet. Mir blutet noch heute das Herz, wenn ich daran denke, wieviel Geld ich über die Jahre, schnipp-schnapp, mit der Schere auf direktem Weg in den Abfalleimer befördert habe. Diese Problematik ist jetzt Schnee von gestern. Ein Blick auf das Histogramm und der Fall ist klar. Und bei Actionszenen mache ich einfach zu Beginn der Serie eine Testaufnahme, checke das Histogramm und korrigiere bei Bedarf die Einstellungen für die eigentliche Bildserie.
Aber nicht nur die korrekte Belichtung kann sofort überprüft werden. Auch Bildschärfe, Bildgestaltung und Details wie beispielsweise dümmlich verdrehte Augen oder dämlich heraushängende Zungen der Porträtierten sind auf einen Blick zu erkennen. Das Bild kann dann, sehr zur Freude der Betroffenen, gelöscht und wiederholt werden. Mit schauriger Wonne denke ich noch heute an den prickelnden Moment, als der Postbote nach meiner ersten langen Fotoreise - es ging sechs Monate durch Kanadas Westen - mir meine entwickelten Kodachrome-Filme überreichte. Stunden später wurde ich dann allmählich ruhiger, weil mir klar wurde, dass die Ausbeute für den geplanten Diavortrag reichen würde. Nicht auszudenken, wären alle Filme falsch belichtet und / oder durch Röntgenkontrollen beschädigt worden. Auf diese Art des Nervenkitzels kann ich verzichten! Unterwegs hatte ich zwar alle paar Wochen einen 24er-Negativfilm belichtet und vor Ort zur Kontrolle entwickeln lassen. Aber wirkliche Sicherheit bringt das nicht.
Noch immer höre ich das Argument, Digitalkameras seien teuer! Ich aber halte dagegen und behaupte, Digitalkameras sind billig!! Vielleicht nicht gleich bei der Anschaffung. Aber spätestens wenn Vielfotografierer nach einem Jahr eine erste Zwischenrechnung aufstellen, wird diese sehr positiv ausfallen. Hier ein kurzes, einfaches Rechenbeispiel: Mit meiner Canon 20D habe ich in den ersten zwei Jahren runde 12.000 mal auf den Auslöser gedrückt. Dies entspricht 330 Diafilmen a´ 36 Aufnahmen. Bei 7,50 € pro Film incl. Entwicklung aber ohne Rahmung und Archivierung ergibt sich daraus die hübsche Summe von rund 2.500,- €. Dies entspricht exakt dem Preis von zwei Kameragehäusen!
Den Kosten für den erforderlichen Laptop- oder Desktop-PC, der für die anspruchsvolle Digitalfotografie zugegebenermaßen unerlässlich ist, stelle ich die für Diarahmen, Diahüllen, einen professionellen Leuchtkasten und eine hochwertige Dialupe gegenüber. Ganz abgesehen davon, dürfte es ohnehin immer weniger Menschen geben, die nicht ohnehin schon einen PC ihr eigen nennen.

Immer wenn ich in der Vergangenheit eine Bildsendung mit Original-Dias zum Postamt brachte, war mir unwohl. Postsendungen können verloren gehen und Reproanstalten scheinen es zu lieben, Dias zu verkratzen und unbrauchbar zu machen. Verlage oder Bildagenturen können Dias zudem auf zweierlei Art und Weise verlegen: einmal in Form eines Buches, was ja Sinn und Zweck der ganzen Aktion ist, oder irgendwo im Verlagsgebäude, was ganz und gar nicht Sinn und Zweck der Aktion ist. Die Lösung des Dilemmas? Gibt´s nicht! Duplikate sind immer schlechter als das Original, auch wenn sie aus Profi-Labors kommen und horrend teuer sind.
Ganz anders verhält es sich mit digitalen Bilddateien. Das Original bleibt immer bei mir daheim, auf Festplatten und CD-ROMs gespeichert. Und die versandten Kopien sind keinen Deut schlechter als die Originale. Traumhafte Zustände also, die den Arbeitsablauf vereinfachen, die Qualität erhöhen und nebenbei auch noch die Kosten senken. Ausserdem sind die Bilder nicht mehr, wie bei der Aussendung von Original-Dias, wochen- oder gar monatelang blockiert.

Dieser Punkt gilt sicher (noch?) nicht für die meisten Kompaktkamers mit ihren winzig kleinen, mehr oder weniger stark rauschenden Sensoren. Wohl aber gilt er für nahezu alle aktuellen DSLRs, vor allem aber für die fantastisch rauscharmen CMOS-Sensoren von Canon. Selbst ISO-Werte von 3.200 können noch eingesetzt werden. Wer zudem noch ein hochwertiges Programm zur Beseitigung des Bildrauschens, wie beispielsweise Neat-Image (Links finden Sie wie immer am Ende des Beitrags) besitzt, der kann noch bei Lichtverhältnissen arbeiten, bei denen in der Analog-Fotografie auch das stabilste Stativ keine Rettung mehr bringt.
Ein weiterer Vorteil, der nicht hoch genug eingeschätzt werden kann, ist die Möglichkeit, die Empfindlichkeit des Sensors von Aufnahme zu Aufnahme individuell zu wählen. Düstere Seitengasse? Kein Problem! Kamera kurz auf ISO 1.600 einstellen!! Zwei Straßenblocks weiter bricht die Sonne mit Macht durchs Gewölk? Kamera einfach wieder auf ISO 100 zurückdrehen. Ebenfalls kein Problem! Wenn das mal keine phantastischen Arbeitsbedingungen sind!
Wenn es in der Vergangenheit darum ging, mich für ein bestimmtes Filmmaterial zu entscheiden, war die Frage immer schnell und einfach abgehakt. Anfangs hieß die Antwort noch Kodachrome 25 oder 64, im Notfall auch mal Kodachrome 200. Später dann waren die kleinen Pappschachteln grün und es stand Fujichrome Velvia 50 oder auch mal Sensia 100 drauf. Ab und zu, soll heißen alle paar Jahre einmal, versuchte ich mein Glück mit einem Schwarz-Weiß-Film und für meine Diavorträge setzte ich gelegentlich den wohl nicht mehr erhältlichen Agfa-Dia-Direkt ein. Ein Film, der im Standard-Entwicklungsprozesse E6, sofort schwarz-weiße Dias lieferte. Das wars dann auch schon. Für Vorträge und Veröffentlichungen in den Printmedien braucht man eben Dias.
Wie unkompliziert und gleichzeitig kreativ ist die Fotowelt dagegen mit Erfindung der Digital-Fotografie geworden. Plötzlich kümmere ich mich einfach nur noch um das, worum es geht: ums Fotografieren! Später wird dann entschieden, was mit den Bildern passiert. Trübes Licht und Fotos ohne Saft und Leuchtkraft? Kein Problem, dann mache ich eine Schwarz-Weiß-Serie draus (so geschehen beim York-Beitrag / Rubrik Reisen). Oder das Auge soll auf die wesentlichen Bildelemente gelenkt werden? Auch kein Problem! Dann entfärbe ich meine Bilder partiell (siehe lessCOLOUR / Rubrik Fineart). Und leuchtend satte Farben sind mit einem Bildbearbeitungsprogramm ebenso schnell realisiert wie zarte Pastelltöne. Herz, was willst du mehr?

Kam ich früher von einer Fotoreise zurück in die Heimat, dann saß ich, waren die Diafilme endlich vom Entwickeln zurück, am Leuchtkasten bis die Augen tränten. Komme ich heute heim, dann sind Archivierungsarbeiten, Verschlagwortung und Sicherung der Bilder in 9 von 10 Fällen bereits erledigt. Lange Abende, verregnete Tage oder eine Stunde im Straßencafé lassen sich, hat man nur ein Notebook dabei, sinnvoll und effektiv nutzen. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist zudem die Möglichkeit, sich visuell einen ersten Überblick über die bereits abgelichteten Motive zu verschaffen. So sieht man auf einen Blick, in welchen Bereichen thematisch noch Lücken klaffen und kann sich anschließend gezielt auf Motivsuche begeben.
Ausserdem fällt mir die Verschlagwortung der Bilder wesentlich leichter, wenn ich sie erst vor ein paar Stunden oder Tagen aufgenommen habe. Sind erst einmal ein paar Wochen ins Land gegangen, kann ich ohne Kartenstudium meist nicht mehr genau sagen, wie das kleine, niedliche Kaff mit den riesigen Stockrosen am Canal du Midi in der Provence oder der nebelverhangene kleine See in den schottischen Highlands geheißen haben.

DSLRs haben, sofern es sich nicht um eine Kamera mit Vollformat-Sensor handelt (der Sensor ist so groß wie das Kleinbild-Format, also 24 x 36 mm), einen sogenannten cropfactor (englisch, von to crop = beschneiden). Mit diesem Faktor muss die Objektivbrennweite multipliziert werden, möchte man wissen, welcher Bildausschnitt bezogen auf das altbekannte Kleinbildformat vom Sensor erfasst wird. Die meisten aktuellen DSLRs haben einen cropfactor von 1,5. Die DSLRs von Canon gibt es derzeit mit Faktor 1 (Profimodelle mit Vollformatsensor / 24 x 36 mm), mit Faktor 1,3 (Profimodell 1D Mark II mit APS-H-Sensor / 28,7 x 19,1 mm) und Faktor 1,6 (Einsteiger- und Semiprofmodelle mit APS-C-Sensor / 22,5 x 15,0 mm).
Die Erklärung ist einfach: Das Objektiv projiziert einen Kreis, in den das rechteckige Format 24 x 36 mm hineinpasst ohne am Rand anzustossen. Ist der Sensor nun kleiner als das Kleinbildformat, wird ergo auch ein kleinerer Ausschnitt des projizierten Kreises aufgezeichnet. Ein Teleobjektiv 4.0/300 mm erfasst also genau den Bildausschnitt, den bei Verwendung des Kleinbildfilms oder eines Vollformatsensors ein Objektiv mit einer Brennweite von 300 mm x 1,6 = 480 mm erzielen würde. Und das bei vollem Erhalt der größten Blendenöffnung. Für alle Telefreunde, die jetzt noch nicht begonnen haben zu jubeln, hier noch ein kurzes Rechenexempel: Der Preis für ein Canon EF L 4.0/300 mm IS USM beträgt derzeit rund 1.350,- €, das Gewicht liegt bei 1.190 Gramm. Das Canon EF L 4.0/500 mm IS USM dagegen kostet stolze 6.000,- € und wiegt beindruckende 3.870 Gramm. In puncto Abbildungsleistung dürften diese beiden Objektive Kopf an Kopf liegen. Alles klar? Wer Teleobjektive liebt und weder über ein grenzenloses Budget noch über einen eigenen Sherpa verfügt, muss den cropfactor von 1,5 oder1,6 einfach lieben.
Nein, dies ist kein Tippfehler! Ein und dasselbe Thema kann durchaus auch zwei Seiten haben, und das ist beim cropfactor der Fall. Was bei Teleobjektiven als gewaltiger Vorteil zu Buche schlägt, wird im Weitwinkelbereich zum großen Nachteil. Aus einem imposanten Super-Weitwinkel mit 16mm werden plötzlich wenig beeindruckende 24 mm (cropfactor 1,5 / Nikon ect.) oder 25,6 mm (cropfactor 1,6 / Canon). Ein 28 mm-Weitwinkel wird gar zur Standard-Brennweite mit 42 bzw. 45 mm degradiert!
Dieser Nachteil ist zwischenzeitlich aber fast schon keiner mehr, da sowohl Kamera- als auch Objektivhersteller auf diese Problematik reagiert und spezielle Objektive im Angebot haben. Das Canon EF-S 3.5-4.5/10-22 beispielsweise deckt an den DSLRs mit APS-C-Sensor den Brennweitenbereich von 16 bis 35 mm ab. Da bleiben kaum noch Wünsche offen. Einziger Nachteil: der projizierte Bildkreis der EF-S Objektive deckt nur den APS-C-Sensor ab, kann also nicht an herkömmlichen Kleinbildgehäusen verwendet werden.
An dieser Stelle gleich noch ein paar Anmerkungen zur Philosophie der beiden großen Kamerahersteller Nikon und Canon. Nikon hat sich, im Gegensatz zu Canon, gegen den Vollformatsensor entschieden. Und betrachtet man die Bildqualität der Profikamera Nikon D2Xs mit 12,2 Megapixel (cropfactor 1,5), kann man nur den Hut ziehen. Zusammen mit dem AF-S 4.0/200-400 G IF-ED VR steht Tier- und Naturfotografen heute eine Kombination zur Verfügung, die noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wäre.
Objektivtechnisch betrachtet hat diese Phliosophie noch einen weiteren Vorteil. Da diese alle den vollen Bildkreis für das Kleinbildformat liefern, können sie zum einen auch an Analog-Kameras eingesetzt werden und wichtiger noch, bei der Verwendung an Digital-Kameras kommt nur das optische Filetstück der Linsen zum Einsatz. Denn Objektive werden in ihrer Abbildungsqualität zum Rand hin immer schlechter. Diese schwächeren Bereiche aber werden an den Digital-Kameras nicht benötigt.
Diese Problematik kennen Besitzer einer Canon Profi-Kamera nur zu gut. Da mit einem Vollformatsensor ausgestattet, werden nur die allerbesten Objektive den enormen Möglichkeiten der zwischen 12,8 (Canon 5D) und 16,7 (Canon 1Ds Mark II) Megapixel auflösenden Kameras gerecht.

Die Zeiten, als ich mit meiner Nikon F3 mit dem Motorantrieb MD4 und acht AA-Batterien locker 100 Filme a´ 36 Aufnahmen durchzog, bevor die Batteriekontrolleuchte die Farbe wechselte, sind vorbei. Zwar sind die heutigen Lithium-Ionen-Akkus alles andere als schwach auf der Brust, aber nach 500 Aufnahmen heißt es meist ran an die nächste Tankstelle. Wer dann keine Zapfsäule findet, hat ein Problem. Auf meinen langen Radreisen hätte wohl nur ein Ersatz-Akku, ohne den ich heute ohnehin nicht mehr aus dem Haus gehe, in Verbindung mit einer Solar-Ladeeinrichtung weitergeholfen.
Ein noch größerer Stromfresser ist mein Notebook, das ich seit dem Einstieg in die Digital-Fotografie immer dabei habe und auf dessen Vorzüge ich unterwegs nicht mehr verzichten möchte. Für mich machen die Vorzüge die Nachteile mehr als wett. Bereits unterwegs kann ich mit meinen digitalen Bilddateien arbeiten und an neuen Artikeln schreiben kann. Dafür nehme ich die Problematik der Stromversorgung gerne in Kauf. Zumal diese durchaus lösbar ist: Solar-Ladestation, Ladekabel für den Zigartettenanzünder im Auto oder einfach die klassische Steckdose im Hotel oder auf dem Campingplatz. Mit einem Zweit-Akku, für Kamera und Laptop, komme ich bei meiner Art zu arbeiten meist zwei oder drei Tage über die Runden.
Selbstverständlich kann man digital fotografieren, ohne selbst je einen Computer hochfahren zu müssen. Dazu fotografiert man einfach im JPEG-Format, definiert die wichtigsten Parameter wie Kontrast, Schärfe, Farbsättigung und Farbton im Kameramenü und trägt nach getaner Arbeit die Speicherkarte, statt der Filmrolle, zum Fotohändler seines Vertrauens. Wenig später darf man dann die Bilder in Empfang nehmen, die Speicherkarte löschen und von neuem auf Fotojagd gehen.
Wer aber das Optimum aus seiner Kamera herausholen möchte, kommt nicht umhin, im RAW-Format zu fotografieren (die Daten werden, wie sie vom Sensor ausgelesen werden ohne kamerainterne Bearbeitung gespeichert). Nur so können die Bilder anschließend am PC den eigenen Vorstellungen entsprechend ausgearbeitet werden. Ich selbst fotografiere ausschließlich im RAW-Format, in dem ich meine Bilddateien auch sichere und archiviere. Erst wenn ich ein Motiv konkret als Ausdruck oder für eine Veröffentlichung, sei es in gedruckter Form oder im Internet, benötige, wandert es ins Bildbearbeitungsprogramm. Und dazu benötigt man eben einen PC. Aber hier hat sich eigentlich nur das Werkzeug geändert. Wer früher seine Aufnahmen im eigenen Labor ausarbeitete, benötigte ebenfalls eine Menge komplexer Hardware.

Kompaktkameras mit ihren fest eingebauten Objektiven kennen das Problem nicht. Aber für viele DSLR-Anwender ist es eins: Staub auf dem Sensor! Mit jedem Objektivwechsel gelangt Staub ins Gehäuse, der dann wenig später durch die Luftwirbel des nach oben und unten klappenden Schwingspiegels und die statische Aufladung des Sensorschutzglases seinen Weg ins belichtete Bild findet. Dies stellt aber meist erst ab Blende 11 oder 16 ein Problem dar, da darunter die Tiefenschärfe der meisten Optiken nicht ausreicht, um die winzig kleinen Staubpartikel als dunkle, verschwommene Flecken abbzubilden. Diese können zwar später problemlos im Bildbearbeitungsprogramm weggestempelt werden, das aber ist zeitaufwendig und ärgerlich. Einige Hersteller statten ihre Kameras mit einem bei jedem Einschaltvorgang kurz im Ultraschallbereich vibrierenden Sensorschutzglas aus. Der lästige Staub und damit das lästige Problem werden abgeschüttelt.
Bis zur Anschaffung einer solchen Kamera helfe ich mir mit einem der hervorragenden Pinsel der kanadischen Firma Visible Dust (Link am Ende des Beitrags). Das Prozedere ist denkbar einfach: der Pinsel wird im Luftstrom einer Druckluftbüchse gleichzeitig von Staub gereinigt und elektrostatisch aufgeladen. Anschließend wird die Kamera in den Sensorreinigungmodus versetzt um dann zwei, drei mal mit dem Pinsel über das Schutzglas zu streifen. Dabei wird der Staub aufgenommen - fertig! Nach meinen bisherigen Erfahrungen funktioniert das perfekt. Übrigens müssen im Gehäuse keine Bedingungen wie bei der Chip-Produktion erreicht werden - winzige Staubpartikel werden ohnehin nicht abgebildet oder können schnell weggestempelt werden. Eine feuchte Reinigung, sprich der Einsatz von Lösemitteln zum Entfernen hartnäckiger Flecken, war bei mir bislang nicht nötig.
Wer es gewohnt ist, seine entwickelten Filme erst einmal in der Ecke zu stapeln, um sie dann an einem ruhigen regnerischen Winterabend wieder auszugraben, kann schnell in der Datenflut seiner Bilder Schiffbruch erleiden. Das konsequente Sichten, Aussortieren, Sichern und Verschlagworten der Bilder erfordert Disziplin. Vor allem die Sicherung der Bilddateien kann nicht ernst genug genommen werden. Zu diesem Thema werde ich in den nächsten Monaten einen eigenen Beitrag schreiben. So viel schon jetzt: Ich lösche meine Bilddateien auf der Speicherkarte in der Kamera grundsätzlich erst dann, wenn sie zusätzlich auf der Festplatte meines Laptops und einer externen USB-Festplatte gesichert sind. So sind die Bilder also immer zweifach abgespeichert. Später werden die Daten dann noch auf CD-ROMs gebrannt.
Und wer es gewohnt ist, seine Bilder zu projizieren, der stößt auf den bislang noch größten Nachteil der digitalen Fotografie. Das mittels preiswertem Beamer projizierte digitale Bild ist für Qualitätsfanatiker enttäuschend. In punkto Schärfe, Brillianz und Leuchtkraft der Farben liegt das klassische Dia nach wie vor vorn. Was nicht heißen soll, dass es noch keine überzeugenden Beamer zu kaufen gibt. Aber es gibt eben noch keinen überzeugenden und bezahlbaren Beamer! Einen ordentlichen Dia-Projektor aber gibt´s für einen Tausender oder weniger. Für einen Beamer, der eine vergleichbare Bildqualität an die Leinwand liefert, dürfte der Gegenwert eines Kleinwagens fällig sein. Aber die Entwickler arbeiten sicher mit Feuereifer an dieser Problematik - schließlich ist dieser Punkt das letzte schlagende Argument gegen die Digitalfotografie.
Bleibt noch die Möglichkeit, die digitalen Bilddateien auf Diafilm ausbelichten zu lassen. Technisch kein Problem, aber leider sehr teuer und, schlimmer noch, qualitativ ebenfalls keine Konkurrenz für das direkt auf Diametarial aufgenommene Bild. Ausserdem lassen sich bei der klassischen Projektion via Diaprojektor die neuen Multivisions-Effekte wie integrierte Filmsequenzen oder Zoomfahrten im digitalen Bild nicht realisieren.
Aber aufgepasst! Milliarden von Fernsehzuschauern verfolgen tagtäglich, weltweit, gebannt, begeistert ihre Lieblingssendungen. Und das meist noch in besch..., will sagen bescheidener Röhren-TV-Qualität! Aber geht es bei einem Reisebildervortrag, genau wie bei einem TV-Beitrag, letzten Endes nicht um den Inhalt, um Stimmungen, um das Vermitteln von Erlebnissen? Dazu aber muss ein Bild nicht unbedingt knackscharf sein - das Thema als Ganzes muss rüberkommen und nicht jedes einzelne fein verästelte Blatt einer am Bildrand stehenden Birke. Hier darf also jeder selbst entscheiden - reicht mir die derzeitige Projektionsqualität der Beamer oder reicht sie mir nicht? Eins ist jedenfalls sicher, die nächste Zeit wird auf diesem Gebiet interessante Fortschritte bringen.
In der Tat, deshalb hier an dieser Stelle ein ...
Nur wenig mehr als ein Jahr ist vergangen, dass ich in meinem Beitrag pro und contra digital das Thema Projektion in der Rubrik Contra angesiedelt habe. Heute ist mir dieser Abschnitt fast schon peinlich, musste (durfte!) ich mittlerweile meine Meinung doch vollständig revidieren. Da ich derzeit am Wiedereinsteig in die Welt der Reisevorträge arbeite, musste (durfte!) ich mich natürlich intensiv mit dem Thema beschäftigen. Und was ich herausgefunden habe, finde ich schlichtweg überwältigend. Aktuelle Beamer in der 3.000,- € - Klasse bieten eine Bildqualität, die über jeden Zweifel erhaben ist. Zwar liegt die Auflösung nominell noch immer unter der eines perfekt belichteten und perfekt projizierten Dias. Beamer aber machen diesen Nachteil durch ihre eindrucksvolle Helligkeit mehr als wett. Wird ein helles Bild mit leuchtenden Farben im Vergleich mit einem zu dunkel projizierten Dia doch subjektiv immer als das bessere Bild empfunden. Zudem produzieren Beamer neutralere Farben. Im direkten Vergleich fällt das warme, gelbe Licht eines Diaprojektors fast schon unangenehm auf.
Wer sich mit der Nasenspitze der Leinwand nähert, wird dieselbige vielleicht nach wie vor rümpfen. Aber einerseits ist aus geringstem Betrachtungsabstand auch beim Dia das störende Korn zu sehen und andererseits habe ich noch keinen Zuschauer erlebt, der seinen Stuhl auf die Bühne, also unmittelbar vor die Leinwand, gestellt hätte. Schon bei einem Betrachtungsabstand von wenigen Metern ist keine Pixelstruktur mehr zu sehen und die Beamer aus Canon´s XEED-Serie zeichnen dank der LCOS-Technologie auch kein störendes Fliegengitter mehr auf die Leinwand. Die Diskussion Dia-Projektor versus Beamer betrachte ich jedenfalls als beendet.
Übrigens habe ich nicht ohne Grund weiter oben die Formulierung "perfekt belichtetes Dia" verwendet. Kann ich mich doch noch bestens an die Probleme mit zu knapp belichteten Dias erinnern - die waren für die großformatige Projektion schlichtweg unbrauchbar. Unterwegs auf Reisen bedeutete das, in kritischen Lichtsitutionen immer Belichtungsreihen anzufertigen und zudem oftmals auf satte Farben (= knappe Belichtung) zu verzichten. Und allen, denen 3.000,- € zu teuer erscheinen, kann ich nur entgegnen, dass zwei Kodak-Carousel-Projektoren (in dieser Liga spielen hochwertige Beamer) samt Objektiven schon vor 20 Jahren ebenfalls mit annähernd 3.000,- € zu Buche schlugen. Denn so muss verglichen werden - um überblenden zu können genügt ein Beamer, werden aber zwei Diaprojektoren benötigt.
Nach einem Einsteiger-Seminar zu Stumpfl´s Präsentationssoftware Wings Platiunum, bin ich von all den neuen Möglichkeiten, die die digitale Projektion zu bieten hat, hellauf begeistert. Einzoomen ins Bild, Schwenks in Panoramaaufnahmen, Einbindung von hochauflösenden Videofilmen, anspruchsvolle Audioeinbindung - alles kein Problem. Natürlich ist die Einarbeitung in Präsentationsprogramme wie Wings Platinum oder m.objects mit einer relativ steilen Lernkurve verbunden, aber das war mit Photoshop & Co. nicht anders. Erfreulicherweise kosten selbst die anspruchsvollsten Programme von heute deutlich weniger als ein anspruchsvolles Überblendsteuergerät vor annähernd 20 Jahren. Selbst wenn der PC oder Apple mit in die Rechnung einbezogen wird, ist das Gesamtpaket Rechner / Software nicht teurer als das von mir in den 90ern verwendete Steuergerät Bässgen TCX4040.
Ich jedenfalls bin restlos begeistert (und überzeugt) von den neuen Möglichkeiten und behaupte sogar, dass der Durchbruch in der digitalen Projektion zwischenzeitlich stattgefunden hat. Beamer wie die aus Canon´s XEED Serie mit ihrer HDAV-Auflösung von 1.400 x 1.050 Bildpunkten bedeuten schon heute Gleichstand mit dem (perfekt!) projizierten Dia.
Vergessen wir also die endlosen Diskussionen und oft verbitterte Lagermentalität und kümmern uns wieder um das worum es geht: tolle Bilder zu präsentieren und damit interessante Geschichten zu erzählen.

Wer Berührungsängste vorm Computer hat und / oder seine Dias groß projizieren möchte, ist nach wie vor mit analogen Kameras bestens bedient. Schließlich geht es letzten Endes immer noch ums Bild und nicht um die Art und Weise, wie es entstanden ist. Für alle anderen gibt es kaum noch schlagende Argumente gegen den Einstieg ins digitale Zeitalter. Photoshop & Co. KG bieten zwischenzeitlich Bearbeitungsmöglichkeiten, die in der chemisch basierten Dunkelkammer nur mit extremem Aufwand oder gar nicht zu realisieren wären. Die Bildqualität der Kameras ist begeisternd hoch, selbst anspruchsvolle Kompaktkameras bieten ein sehr hohes Niveau, und die laufenden Kosten sind begeisternd gering. Und das zeitweise etwas ausser Kontrolle geratene Rennen um immer höhere Megapixel-Rekorde hat sich zumindest verlangsamt. Jedenfalls gibt es für den Besitzer einer DSLR mit 8 oder 10 Megapixel keinen Grund mehr, alljährlich nervös gen Köln oder Las Vegas zu den grossen Fotomessen zu schielen.
dpreview - sehr ausführliche und fundierte Tests von Digitalkameras (nur in englisch)
Neat Image - hervorragende Software (Freeware!) zur nachträglichen Beseitigung des Bildrauschens
Visible Dust - Sensor-Reinigungspinsel (nur in englisch)