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     Copyright Text & Fotografie Stefan Kälberer / Oktober 2006  

Einstieg in die digitale Reisefotografie

Ein Erfahrungsbericht: Canon EOS 20D mit EF L 4.0/17-40 und EF L 4.0/70-200

Eine Kamera ist ein Werkzeug und es spricht einiges dafür, ein solches nach rein pragmatischen Gesichtspunkten auszuwählen. Das aber ist leichter gesagt als getan, denn meist ist auch eine ordentliche Portion Herzblut mit im Spiel. Besonders gefährlich aber wird es immer dann, wenn eine neue Technologie auftaucht und die armen Verbraucher mit grenzenlosem Enthusiasmus und, noch schlimmer, mit vorauseilendem Vertrauen reagieren. Müsste ich mich selbst charakterisieren, würde ich wohl das Bild eines skeptischen Enthusiasten oder das eines begeisterungsfähigen Skeptikers zeichnen. Schon als die Digitalfotografie, um es einmal vorsichtig auszudrücken, noch nicht ganz perfekt war, stand ich regelmäßig in Fotogeschäften und nervte die Verkäufer mit kritischen Fragen, während ich nebenbei an den neuesten Kameras herumkrittelte und herumfingerte.

   

Kea, Bergpapagei, Neuseeland

Nikon F3 mit 4.0/200 auf Kodachrome 200           ... kurz belichtet @ 1/125 sec und f8
Ein kritischer Blick in die Fototasche kann nicht schaden. Kea, Bergpapagei, Südinsel Neuseeland.

   

Zum Leidwesen

der armen Verkäufer sollten aber noch ein paar Jahre vergehen, bis meine Skepsis überwunden und eine solide Begeisterung für die neue Technik sowie eine solide Zuversicht in dieselbige entstanden waren. Der Schritt zur digitalen Spiegelreflex (kurz DSLR) schien mir anfangs dann aber doch noch zu gewagt. Schließlich war es zu dem Zeitpunkt noch nicht allzu lange her, dass der Preis einer professionellen DSLR von Kodak bei 20.000,- DM lag und die aktuelle, bezahlbare DSLR von Canon, die D30, nicht viel mehr als 3 Megapixel im Kasten, sprich auf dem Sensor hatte. Meine erste digitale Kamera wurde daher die Canon G3, eine Kompaktkamera mit 4 Megapixel und einem lichtstarken Zoom mit einer Brennweite von 35 - 140 mm bezogen auf das Kleinbildformat.

Diese kleine, etwa ein Pfund schwere Kamera, mit dem schlichten und einfachen Design eines silbernen Backsteins, schaffte dann mühelos die Trendwende. Zwei Jahre und 11.000 Fotos später waren meine Begeisterung für, wie auch die Erfahrungen mit der digitalen Technik so groß geworden, dass eine DSLR her musste. Mochte ich doch immer seltener einen Diafilm in meine altbewährte Nikon F4s einlegen.

 

Bevor ich

gleich näher auf meine Suche nach der für mich optimalen Kamerausrüstung für die Reise- und Naturfotografie eingehe, zuerst noch eine wichtige Anmerkung. Die Beiträge über Kameras, Objektive und andere Ausrüstungsteile auf dieser Website sollen und wollen keine Testberichte sein. Dafür gibt es kompetentere Seiten im Netz, beispielsweise Phil Askeys hervorragende Website dpreview (Link am Ende des Beitrags) mit ihren äusserst fundierten Kameratests in englischer Sprache. Mit meinen Beiträgen möchte ich nur meine eigenen Eindrücke und Erfahrungen weitergeben. Denn jeder Fotograf hat seine eigene Philosophie, seine eigene Vorgehensweise und was für mich nachteilig ist, kann von anderen durchaus als Vorteil empfunden werden. Daher haben mir fundierte Erfahrungsberichte selbst schon oft geholfen, Messwerte und Tabellen aufwändiger Kamera- und Objektivtests in den für mich richtigen Zusammenhang zu stellen.

   

Arbeitspferd, Burgund, Frankreich

Canon 20D bei ISO 200 mit EF L 4.0/70-200 @ 70mm         ... kurz belichtet @ 1/640 sec und f8
Wieviel Technik braucht der Mensch? ZeitenReiseFotografie im Burgund - Burgbau mit mittelalterlichen Mitteln. Guédelon, Frankreich

   

Wieviel Auflösung braucht der Mensch?

Mit dieser wichtigen Frage sind wir bereits beim ersten grossen Thema der Digitalfotografie. Dieses wird unter Fotografen sehr kontrovers und hitzig diskutiert. Vielleicht Fotografen ja wie Bauern, von denen auch behauptet wird, man müsse deren zwei erschlagen, wolle man deren drei unter einen Hut bekommen. Ich möchte hier nicht lange philosophieren, aber aufgrund meiner eigenen Erfahrungen behaupten, dass die 8 bis 10 Megapixel einer DSLR Gleichstand mit dem Kleinbildfilm bedeuten. Eine Kompaktkamera mit 8 oder 10 Megapixel und ihrem winzigen, daumennagelkleinen Sensor dagegen spielt sicher eine Liga darunter. Andererseits haben Fotos, die ich mit meiner Canon G3 aufgenommen habe und die mit ihren 4 Megapixel rein rechnerisch bei 300 dpi nur Ausdrucke von maximal 14,5 x 19,3 cm erlauben, schon recht passable Abzüge der Größe 30 x 40cm (DIN A3) ergeben.

Ist von der Abbildungsqualität die Rede, wird meist nur über Megapixel diskutiert. 8 Megapixel sind besser als 6 und 12 Megapixel sind besser als 10 und-so-weiter-und-weiter. Dies aber ist nur ein Teil der Wahrheit. Denn meist liefern die 6 Megapixel einer DSLR eine bessere Abbildungsqualität, als deren 10 in einer Kompaktkamera mit einem gerade mal 8,8 x 6,6 mm großen 2/3"-Sensor. Die Rechnug ist einfach nachzuvollziehen: Je größer der Sensor, umso größer die einzelnen Pixel, umso besser das Rauschverhalten und umso besser die per-pixel-sharpness, also die Trennschärfe zwischen den einzelnen Pixeln. Bei den aberwitzig dicht besetzten Sensoren der Kompaktkameras liefern die einzelnen Pixel kaum noch scharf und deutlich von ihren Nachbarn abgegrenzte Bildinformationen. Oft sind auch die sehr kleinen Objektive nicht mehr in der Lage, die notwendige Auflösung zu liefern. Die schiere Zahl der Megapixel verkommt so schnell zur Mogelpackung.

Ein weiteres wichtiges Thema

ist die Entscheidung für ein Kamerasystem, für einen Hersteller. Als alter Nikon-User hatte ich natürlich noch eine Menge ordentlicher Objektive im Schrank und auch noch eine Menge zärtlicher Gefühle für die Marke im Herzen. Bei meinen Objektiven handelte es sich aber ausschließlich um ältere Ausführungen mit manueller Scharfstellung. Dadurch fiel mir die Entscheidung etwas leichter, denn ich wollte meine Ausrüstung bei dieser Gelegenheit auf Autofocus umstellen. Womit ganz nebenbei das Bild des eingangs gezeichneten skeptischen Enthusiasten bestätigt wäre, schließlich gibt es Autofocus-Objektive und -Kameras nicht erst seit gestern.

Wäre die zum Zeitpunkt meines Umstiegs bereits leicht angegraute Nikon D100 etwas früher von der rundum überzeugenden D200 abgelöst worden, vielleicht wäre ich Nikon treu geblieben. Just in dem Moment aber stellte Canon auf der Photokina 2004 sein neues Mittelklassemodell, die 20D mit 8,2 Megapixel vor. Gegenüber den 6 Megapixel des Vorgängermodells Canon 10D und der Nikon D100 zwar kein gewaltiger Schritt, aber doch immerhin ein Schritt nach vorn. Schnell war mir klar, die 20D wird meine Kamera. Nach dem intensiven Studium von Testberichten favorisierte ich ohnehin schon seit längerem den hauseigenen Canon-CMOS-Sensor mit seiner seidigen Darstellung großer homogener Flächen und dem begeisternd geringen Bildrauschen selbst bei höchsten Empfindlichkeiten.

  

  Canon EOS 20D

   

Canon 20D

   

   

Die technischen Daten       ... kurz zusammengefasst

Auflösung:                              8,2 Millionen Pixel effektiv (Sensor 8,5 Millionen Pixel total)

Sensorgröße:                          APS-C-Format     22,5 mm x 15,0 mm

Speichermedium:                    CompactFlash Typ I & Typ II

Verwendbare Objektive:        Canon EF & EF-S Bajonett

Cropfactor:                              1,6

Einschaltzeit:                          unter 0,2 Sekunden

Bildgröße:                               Seitenverhältnis 3:2

                                               3.504 x 2.336 Pixel / 8,2 Megapixel / RAW  / ca. 8,0 MB (verlustfrei komprimiert)

                                               3.504 x 2.336 Pixel / 8,2 Megapixel / JPEG / ca. 3,6 MB (bei Kompression Fein)

                                               2.544 x 1.696 Pixel / 4,3 Megapixel / JPEG / ca. 2,2 MB (bei Kompression Fein)

                                               1.728 x 1.152 Pixel / 2,0 Megapixel / JPEG / ca. 1,2 MB (bei Kompression Fein)

Datenübertragung:                 USB 2.0

Sucher:                                   Dachkant-Spiegelprisma mit 95% Sucherbild

Verschluss:                             Elektronischer Schlitzverschluss       1/8.000 bis 30 Sekunden       

                                               Blitzsynchronzeit 1/250 Sekunde

Monitor:                                  TFT-LCD-Monitor mit 118.000 Pixel & 1,8" bzw. 4,57 cm Bildschirmdiagonale

                                               Display-Helligkeit in 5 Stufen einstellbar

Serienbildaufnahmen:            bis zu 5 Bilder / Sekunde       bis zu 23 JPEGs in Folge       bis zu 6 RAWs in Folge

Abmessungen:                       144 x 106 x 72 mm

 Gewicht mit Akku:                 764 Gramm

    

CANON 20D     PRO + CONTRA  

+++ pro +++       Abbildungsqualität

Die 8,2 Megapixel der Canon 20D erlauben rein rechnerisch bei 300 dpi Ausdrucke der Größe 20 x 30 cm (DIN A4). Bei der nach meinen Erfahrungen für Tintenstrahl-Ausdrucke völlig ausreichenden Auflösung von 240 dpi ergibt sich bereits eine Größe von 25 x 37 cm (knapp DIN A3). Zudem lassen sich die Bilddaten einer DSLR mit einer guten Software problemlos um 50 bis 100% interpolieren, sprich größer rechnen. Auch viele Dias stossen mit Abzügen der Größe DIN A3 bereits an ihre Grenzen. Und ich gehe hier von feinkörnigen Filmen aus, wie dem von mir in der Vergangenheit favorisierten Fuji Velvia, mit seinen satten Farben und einer Empfindlichkeit von ISO 50. Von Diafilmen mit einer Empfindlichkeit von ISO 200 oder gar ISO 400 möchte ich hier gar nicht reden. Die Abzüge von solchen Dias zerfallen meist schon bei Größe DIN A4 zu Staub und Asche, von den fahlen Farben und dem groben Korn gar nicht zu reden.

Eine ebenso wichtige Rolle für die Bildqualität spielt auch die Frage nach dem Dateiformat. Erlaubt eine Kamera nur Aufnahmen im JPEG-Format, sind die nachträglichen Bearbeitungsmöglichkeiten eingeschränkt. Optimale Voraussetzungen für die spätere Bildbearbeitung bietet nur das RAW-Format, bei dem die Daten so aufgezeichnet werden, wie sie vom Sensor ausgelesen werden. Diese werden also nicht wie beim JPEG-Format schon in der Kamera aufbereitet. Nur so ist es ohne Qualitätsverluste möglich, nachträglich den Weißabgleich zu korrigieren, den Tonwert- oder Kontrastumfang zu verändern oder zu dunkle Bilder aufzuhellen und umgekehrt. Zudem erlaubt das JPEG-Format nur eine Farbtiefe von 8 Bit, während der Sensor deutlich mehr erfasst. Es fliegen also eine Menge wertvoller Bildinformationen auf den Müll. Schade, oder? Niemand würde sich eine Porsche kaufen, um dann nur im dritten Gang zu fahren! Wer also in Photoshop & Co. KG im 16 Bit-Modus arbeiten möchte (übrigens arbeitet auch das von vielen Verlagen verlangte TIFF-Format mit 16 Bit), kommt um´s RAW-Format nicht herum.

   

Hausfront, Carvoeiro, Portugal

Canon 20D bei ISO 100 mit EF L 4.0/17-40 @ 21mm      ... kurz belichtet @ 1/400 sec und f8
Waschtag, für saubere und leuchtende Farben. Carvoeiro, Portugal
   

           Detailfoto RAW-Format           Detailfoto JPEG-Format

Bildausschnitt 100% / RAW, unbearbeitet                     Bildausschnitt 100% / JPEG, fertig bearbeitet
In Internet-Foren hört man immer wieder Klagen wie "meine DSLR liefert flaue, unscharfe Bilder - was mache ich nur falsch?" Nichts! RAW-Bilder sind eben, wie der Name schon sagt, nichts anderes als "Roh"-Daten und müssen grundsätzlich nachbearbeitet werden. Das obige Bild wurde mittels Tonwertkorrektur aufgehellt, die Farbsättigung wurde leicht erhöht und abschließend wurde scharfgezeichnet (Unscharfmaskierung)

   

Wie schon mit meiner G3 fotografiere ich mit der 20D daher grundsätzlich im RAW-Format. Dabei liefert der APS-C-Sensor bei ISO 100 und 200 sehr feine Details, die von Pixel zu Pixel sehr sauber voneinander abgegrenzt sind. Gleichmäßige, homogene Flächen begeistern durch die seidige und völlig rauschfreie Darstellung. Ab ISO 400 wird das Bildrauschen bei kritischer Betrachtung am Computermonitor in den Schattenpartien zwar allmählich sichtbar, die Ausdrucke aber sind noch immer über alle Kritik erhaben. Und selbst die Einstellung auf ISO 800 und 1600 ergibt noch Resultate, die zu begeistern vermögen und nahezu ohne Einschränkung einzusetzen sind. ISO 3200 betrachte ich aber eher als Notnagel. Man sollte aber A nicht vergessen, dass der einzugehende Kompromiss in der analogen Fotografie beim Einsatz hochempfindlicher Filme wesentlich schmerzhafter ist und dass es B hervorragende Software gibt, um das Bildrauschen herauszurechnen (Links am Ende des Beitrags).

   

New Bondstreet, London

Canon 20D bei ISO 800 mit EF L 4.0/70-200 @ 200mm         ... kurz belichtet @ 1/200 sec und f8
Rushhour in der New Bondstreet. London, England
   

Detailfoto ISO 800

Selbst bei ISO 800 liefert der CMOS-Sensor der 20D noch begeisternde Resultate, die für sich selbst sprechen.
Bildausschnitt 100% / JPEG, fertig bearbeitet

   

+++ pro +++       Preis/Leistung

Für alle die viel fotografieren und nicht in der Lage und vielleicht auch nicht willens sind, all ihr sauer erspartes Geld für eine Canon 1D Mark II über den Tresen zu schieben, kann eine Kamera wie die 20D fast schon wie ein Schnäppchen erscheinen. Beide Kameras bieten um die 8 Megapixel und in der Bildqualität sind die unterschiedlich großen Sensoren (1D Mark II: 28,7 x 19,1 mm und cropfactor 1,3 / 20D: 22,5 x 15,0 mm und cropfactor 1,6) gleichauf.

Ein Unterschied, bedingt durch die etwas größeren Pixelabmessungen, ist allenfalls messtechnisch feststellbar, auf jeden Fall aber vernachlässigbar. Natürlich ist die 1D Mark II wetterfest und extrem robust, man kann damit schon mal die Nägel für die nächste Ausstellung in die Wand kloppen. Und mit rund acht Bildern / Sekunde ist sie auch deutlich schneller als die 20D mit deren fünfen. Aber deren Performance ist für die meisten Fälle und die meisten Anwender völlig ausreichend. Gegenüber Canons ebenfalls 8 Megapixel zählender Einsteiger-DSLR 350D/400D ist der relativ geringe Aufpreis dagegen gut angelegt. Gibt es dafür doch ein robustes Metallgehäuse und meiner Meinung nach auch etwas praxisorientierter gestaltete Bedienelemente.

   

+++ pro +++       Verarbeitung

Die Verarbeitung meiner 20D ist ohne Fehl und Tadel. Nach nun genau zwei Jahren und über 12.000 Verschlußauslösungen wirkt die Kamera noch immer wie neu. Kein abgewetzter Lack an den Kanten, keine nenneswerten Kratzer auf dem Display, der Druckpunkt des Auslösers ist nach wie vor klar und deutlich und auch all die anderen Bedienelemente arbeiten zuverlässig. Vier oder fünf Mal in den zwei Jahren blockierte sich meine 20D selbst: Die Firmware wollte nicht mehr mit der Hardware kooperieren. Selbst ausschalten liess sich die Kamera dann nicht mehr. Dieses gelegentlich auftretende Ärgernis füllt im Internet ganze Foren. Mein Tipp: Akku raus - Akku wieder rein - Kamera wieder einschalten - erledigt! Dauert etwa drei Sekunden und es kann weiter fotografiert werden. Allerdings habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, meine 20D zum Objektivwechsel auszuschalten. Denn meist kam es beim Objektivwechsel an der eingeschalteten Kamera zu Problemen. Einen Sturz aus über einem Meter Höhe auf einen Holzdielenboden hat meine 20D übrigens problemlos weggesteckt. Nur das Abdeckkäppchen des Modus-Wahlrads war abgesprungen und wurde mit etwas Zweikomponentenkleber wieder an seinen Platz verwiesen.

   

+++ pro +++       Akkuleistung

Der Lithium-Ionen-Akku BP-511A (7,4V / 1.390mAh) ist laut Angabe von Canon bei 20°C gut für rund 1.000 Aufnahmen und bei 0°C sollen noch 750 Verschlußauslösungen möglich sein. Das erscheint mir etwas sehr optimistisch. Aber 500 Aufnahmen sollten immer drin sein, auch bei gelegentlichem Einsatz des eingebauten Blitzes. Genaue Statistiken habe ich bislang nicht erstellt, denn ganz gleich wie viel ich auch fotografiert habe, der Akku reichte immer bis zum Abend. Ausserdem liegt in meiner Fototasche - sicher ist sicher - ein geladener Ersatzakku. Sehr lobenswert: Verschwindet der erste der zwei Ladezustandsbalken im Kameradisplay, ist immer noch Saft für an die hundert Aufnahmen drin. Meine G3 war, war der erste Balken erst einmal verschwunden, nach drei bis vier Aufnahmen tot! Eine so kurze Vorwarnzeit ist nicht akzeptabel.

Wer bei seinen Reisen aber nicht alle paar Tage über eine Steckdose stolpert, beispielsweise bei langen Rad- oder Trekking-Touren, der kommt nicht umhin mehrere Akkus (zu 80 Gramm das Stück) mitzuschleppen oder aber gleich eine Solarladestation am Rucksack fest zu zurren. Die Zeiten, als ich mit acht AA-Batterien im MD4-Motorantrieb meiner Nikon F3 locker über hundert Filme sprich 3.600 Aufnahmen durchzog, sind jedenfalls vorbei.

   

Loch Tummel, Highlands, Schottland

Canon 20D bei ISO 200 mit EF L 4.0/17-40 @ 29mm      ... kurz belichtet @ 1/200 sec und f8
Loch Tummel, fotografiert vom Aussichtspunkt Queens View. Southern Highlands, Schottland

   

+++ pro +++       Einschaltzeit

Ein Frustthema der digitalen Gründerjahre war die gegen unendlich tendierende Einschaltzeit der Kameras. Noch das Vorgängermodell der 20D, die im Frühjahr 2003 vorgestellte 10D, benötigte vergleichsweise frustrierende 2,5 Sekunden um aufnahmebereit zu sein. Da sind die 0,2 Sekunden der 20D in der Praxis nicht mehr wahrnehmbar. Im Klartext: die Kamera ist schneller startklar als der Nutzer den Finger vom Power-Schalter zum Auslöser bewegen kann. Bin ich unterwegs, habe ich meine 20D immer eingeschaltet und die automatische Abschaltung aktiviert. Die Kamera schaltet sich dann nach der von mir vorgewählten Zeit von zwei Minuten aus. Taucht dann ein neues Motiv am Horizont auf, einfach den Auslöser antippen und die Kamera ist wieder aufnahmebereit. Voilá, so lässt es sich arbeiten.

   

+++ pro +++       Ergonomie und Gewicht

Für meine doch eher grossen Pranken empfinde ich die Formen der 20D als genau richtig. Die Finger fallen wie von allein an ihren angestammten Platz und das nach vorn überstehende Akkufach bietet, zusammen mit der griffigen Belederung, optimalen Grip. Da ich Gurte nicht mag, hängt die Kamera oft stundenlang an meiner rechten Hand - kein Problem! Die Canon 350D/400D dagegen ist für meine Hände viel zu klein und ich empfinde sie auch als zu leicht. Das ist sicher von der Marketingabteilung so gewollt, denn dieses Modell wendet sich auch an Interessenten, die mit einer Kompaktkamera liebäugeln. Mit seinen knapp 800 Gramm liegt das Gehäuse der 20D für meinen Geschmack dagegen genau richtig. Die Kamera liegt mit all meinen Objektiven satt in der Hand, ermüdet mich aber selbst nach stundenlangen Fotomärschen nicht nennenswert.

Die Bedienelemente sind da, wo man sie sucht und auch Quereinsteiger, die schon einmal mit einer analogen SLR gearbeitet haben, sollten sich schnell zurechtfinden. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit habe ich mich sogar damit arrangiert, dass das Canon-Bajonett andersherum dreht wie das von Nikon. Gelegentlich verstellt sich der Dioptrienausgleich oben rechts am Sucher, er ist zu leichtgängig. Hier hilft ein kleiner Klebestreifen, schließlich muss die Einstellung, ist sie erst einmal gewählt, nicht mehr korrigiert werden.

   

+++ pro +++      noch recht unauffällig

Je nach angesetztem Objektiv ist die 20D für eine DSLR noch relativ unauffällig und schreit nicht aus vollem Hals Profi in die Welt hinaus, wie das bei den Modellen der 1er Serie der Fall ist. Gerade bei der Reisefotografie möchte, ja muss man oft eher diskret und unauffällig arbeiten um nicht schon aus zweihundert Metern Entfernung als Paparazzi erkannt und zum Teufel gejagt zu werden. So unauffällig wie mit einer Kompaktkamera geht es natürlich mit einer semiprofessionellen DSLR wie der 20D nicht, aber man kann sich damit arrangieren. Für die Streetphotography halte ich aber eine Kamera wie die Sony R1 für wesentlich besser geeignet, da man damit souverän aus der Hüfte fotografieren kann, ohne die Magie des Augenblicks zu gefährden.

   

Passant mit Kreuzworträtsel

Canon 20D bei ISO 200 mit EF L 4.0/70-200 @ 145mm      ... kurz belichtet @ 1/200 sec und f8
Zielgerichteter mentaler Zustand mit dreizehn Buchstaben: Konzentration. Victoria Embankment, London, England

   

- - - con - - -       Staub auf dem Sensor

Für mich und viele andere Anwender noch ein Problem: Staub auf dem Sensor! Mit jedem Objektivwechsel gelangt Staub ins Gehäuse, der dann wenig später durch die Luftwirbel des nach oben und unten klappenden Schwingspiegels und die statische Aufladung des Sensorschutzglases seinen Weg ins belichtete Bild findet. Dies stellt aber meist erst ab Blende 11 oder 16 ein Problem dar, da darunter die Tiefenschärfe der meisten Optiken nicht ausreicht, um die winzig kleinen Staubpartikel als dunkle, verschwommene Flecken abbzubilden. Diese können zwar später problemlos im Bildbearbeitungsprogramm weggestempelt werden, das aber ist zeitaufwendig und ärgerlich, da völlig überflüssig.

Olympus hat nämlich mit seinem bei jedem Einschaltvorgang kurz im Ultraschallbereich vibrierenden Sensorschutzglas längst bewiesen, dass man das Problem zuverlässig abschütteln kann. Und Canon hat, lange genug hat´s gedauert, offensichtlich begriffen, dass man gerne auch mal die guten Ideen anderer aufgreifen darf und die brandneue EOS 400D ebenfalls mit einem eingebauten Schutzglasvibrator ausgestattet. Wollen wir hoffen, dass künftig alle Canon DSLRs dieses Feature aufweisen werden.

Bis zur Anschaffung der nächsten Kamera helfe ich mir mit einem der hervorragenden Pinsel der kanadischen Firma Visible Dust (Link am Ende des Beitrags). Das Prozedere ist denkbar einfach: der Pinsel wird im Luftstrom einer Druckluftbüchse gleichzeitig von Staub gereinigt und elektrostatisch aufgeladen. Anschließend wird die Kamera in den Sensorreinigungmodus versetzt um dann zwei, drei mal mit dem Pinsel über das Schutzglas zu streifen. Dabei wird der Staub aufgenommen - fertig! Nach meinen bisherigen Erfahrungen funktioniert das perfekt. Übrigens müssen im Gehäuse keine Bedingungen wie bei der Chip-Produktion erreicht werden - winzige Staubpartikel werden ohnehin nicht abgebildet oder können schnell weggestempelt werden. Eine feuchte Reinigung, sprich der Einsatz von Lösemitteln zum Entfernen hartnäckiger Flecken, war bei meiner Kamera bislang nicht nötig.       

   

- - - con - - -       Staub auf der Mattscheibe

Eigentlich ist es nur ein Schönheitsfehler: Staub auf der Mattscheibe, Staub im Sucherprisma. So mancher mag sich fragen, was soll die Aufregung? Mich aber stört es. Bei jedem Blick durch den Sucher sehe ich die Flusen und Staubkörner. Mit keinem auch noch so geformten Pinsel ist da ran zu kommen. Von meinen Profi-Nikons bin ich es gewohnt, in Sekundenschnelle den Sucher ab- und die Mattscheibe rausnehmen und reinigen zu können. Nun wird eine 20D nicht als Profikamera vermarktet, andererseits aber bekam man für das Geld vor gut zehn Jahren noch eine Nikon F3 mitsamt Motorantrieb MD4. Und bei der konnte man nunmal die Mattscheibe in wenigen Sekunden vom Staub befreien.

   

- - - con - - -       Kleiner Monitor

Auf dem Mini-Mäuse-Kino meiner 20D habe ich Mühe, Belichtungsdaten oder Dateinummern ohne Lesebrille zu entziffern. Eigentlich ist es ja müssig noch darüber zu schreiben, aber der Punkt stand auf meiner Arbeitsliste, ergo muss er auch aufgeführt und abgehakt werden. Aber wie schon gesagt, es ist müssig, da das Nachfolgemodell der 20D, die 30D, jetzt mit einem grösseren TFT-Display mit einer Bildschirmdiagonale von 2,5" gegenüber bislang 1,8" und einer Auflösung von 230.000 gegenüber bisher 118.000 Pixel glänzt.

   

Schaufenster eines Friseurs, Budapest, Ungarn

Canon 20D bei ISO 400 mit EF L 4.0/70-200 @ 70mm      ... kurz belichtet @ 1/400 sec und f8
Werbebotschaft und desinteressierte Kundin. Budapest, Ungarn

   

- - - con - - -       Verschlußgeräusch

Das Verschlußgeräusch der 20D kann man als kernig, in jedem Fall aber als solide und vertrauenserweckend bezeichnen. Es vermittelt dem Nutzer jedenfalls Aufnahme für Aufnahme für Aufnahme ein gutes Gefühl, wie es eben nur ein gutes Werkzeug zu vermitteln weiss. Und das ist rundum positiv. Die Kehrseite der Medaille aber ist, dass die Kamera für die Fotografie an sensiblen Standorten, sei das eine Theatervorführung oder die Tierfotografie aus einem Tarnversteck heraus, eher zu laut ist. Und das wiederum ist eher negativ. Die 350D/400D und auch das Nachfolgemodell der 20D, die 30D, scheinen mir einen etwas leiseren Verschluß zu besitzen.

   

Wünsche und Verbesserungsmöglichkeiten ...

Ein gewisses Risiko bildet, auch wenn das meiner Ansicht nach eher theoretischer Natur ist, das nicht doppelt gesicherte CF-Fach. Wird es versehentlich geöffnet, während Bilddaten gespeichert werden, sind diese unwiderbringlich verloren, da sich die Kamera dabei automatisch ausschaltet. Eine zusätzliche Sicherung zur Freigabe der Verriegelung würde dieses Problem lösen. Eine andere, zugegebenermaßen etwas spartanische Lösung ist ein Stück Klebestreifen, das ein versehentliches Öffnen ebenfalls einfach und zuverlässig verhindert. Für mich ist das eine perfekte Lösung, da ich die Bilddateien grundsätzlich per mitgeliefertem USB-Kabel von der Kamera aufs Notebook übertrage. Da ich keinen Kartenleser verwende, wird die CF-Speicherkarte von mir auch so gut wie nie aus der Kamera genommen und die Klappe des CF-Fachs muss ergo auch so gut wie nie geöffnet werden. Ich halte es nämlich ür sinnvoll die CF-Speicherkarte mit ihren 50 winzigen Steckkontakten dort zu lassen wo sie hingehört und sie nicht täglich rauszuziehen.

Einer der ganz großen Vorteile der Digitalfotografie, der nicht oft genug bejubelt werden kann, ist die Möglichkeit der sofortigen Bildkontrolle. Deshalb ist bei mir der Bildwiedergabemodus immer so gewählt, dass neben der Miniaturansicht auch Histogramm und Belichtungsdaten angezeigt werden und ich werfe grundsätzlich nach jeder Aufnahme einen schnellen Blick darauf. Konsequenterweise reicht das angezeigte Bild im Vollbildmodus bis an den Rand des Displays, nutzt also dessen volle Auflösung. Das ohnehin schon furchtbar kleine Histogramm wie auch das Miniaturbildchen aber reichen bei weitem nicht bis an den Displayrand. Warum wird hier völlig unnötig Platz verschenkt? Histogramm und Miniaturansicht sollten ebenfalls bis an den Rand reichen! Schön wäre auch ein Sucher, der statt 95% exakt die 100% zeigt, die nachher auch auf dem Bild zu sehen sind!

Neben der Belichtung checke ich oft noch schnell ob die Schärfe auch genau dort liegt, wo ich sie haben möchte. Leider muss ich aber, um zur maximalen Vergrößerung zu gelangen, 15 mal aufs Knöpfchen drücken. Das braucht viel Zeit und ist lästig. Ich würde mir eine Funktion wünschen, die mit einem Knopfdruck auf maximale Vergrößerung schaltet! Dann müsste ich nur noch mit dem Joystick zum für mich relevanten Bildbereich navigieren - fertig!

Die 20D besitzt, ein Muss für eine Kamera, die ernst genommen werden möchte, eine Spiegelvorauslösung. Dadurch können bei Langzeitbelichtungen Erschütterungen durch den Spiegelschlag vermieden und Verwacklungen verhindert werden. Perfekt! Ab und an wird aber kritisiert, dass diese Funktion nur übers Menü, also nicht durch direkten Knopfdruck ein- bzw. ausschaltbar ist. Damit kann ich gut leben, erstens ist die 20D "nur" eine semiprofessionelle DSLR und zweitens ist das Ganze mit dreimal Taste drücken und einmal am Wahlrad drehen bereits erledigt.

Wirklich schade, wenn auch verschmerzbar, ist die Tatsache, dass es weder im Sucher noch im oberen Display eine permanente Anzeige des gewählten ISO-Wertes gibt. Dieser kann zwar mit nur einem einzigen Knopfdruck im oberen Display angezeigt werden, dazu aber muss die Kamera abgesetzt werden. Und warum eigentlich lässt Canon der ISO-Einstellung nicht endlich die Gleichberechtigung widerfahren, die sie in einer rein digitalen Kamera längst verdient? Ist doch die von Bild zu Bild neu wählbare "Filmempfindlichkeit" ein weiterer, enormer Vorteil der Digitalfotografie und hätte ergo auch als dritter Belichtungsparameter neben der Vorwahl von Blende und Verschlußzeit eine direkte Anwahlmöglichkeit verdient!

   

Wasserschloß, Annecy, Frankreich

Canon 20D bei ISO 1600 mit EF L 4.0/17-40 @ 31mm      ... kurz belichtet @ 1/10 sec und f5.6
Der nächtliche Palais de L´Isle. Annecy, Frankreich

   

Nur so gut wie die angesetzten Objektive ...

Zu Zeiten der analogen Fotografie zählte ich eindeutig zur Fraktion der Festbrennweiten-Hardliner. Auf nahezu all meinen Reisen steckten fünf erprobte, meist schon ältere und durchweg manuell zu fokussierende Festbrennweiten in meiner Fototasche: das Nikkor 3.5/28 mm, 2.0/50 mm, 2.5/105 mm, 4.0/200 mm und mein geliebtes 4.5/300 mm IF-ED. Zwei kurze Ausflüge in die Welt der Zooms waren nur von kurzer Dauer und überzeugten mich nicht. Das AF Nikkor 4.0-5.6/75-300 mm konnte mich optisch nicht ganz überzeugen und das Sigma AF 2.8/70-210 mm war mir schlichtweg zu schwer. Wenig später waren beide wieder verkauft.

Dann fand die Canon G3 ihren Weg in meine Fototasche und schon wenig später hatte mich das kleine, aber feine und zudem recht lichtstarke Zoom 2.0-3.0/7,2-28,8 mm (entsprechend 35-140 mm umgerechnet auf Kleinbild) restlos überzeugt. Plötzlich wurden mir erstens die permanent notwendigen Objektivwechsel an meiner SLR lästig und zweitens wurde mir klar, dass mein Umstieg zur DSLR auch den Einstieg in die Welt der Zooms bedeuten würde.

Schon die Canon 20D hatte mich fast restlos überzeugt, das System zu wechseln. Das vergleichende Studium der Objektivpalette von Nikon und Canon brachte dann schnell die endgültige Entscheidung. Mit dem 4.0/17-40 und dem 4.0/70-200 hat Canon die für mich idealen Zoom-Objektive für die Reisefotografie im Sortiment: Leicht und dennoch robust, mit hervorragender Abbildungsqualität bei einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Anfangslichtstärke von f 4.0 sah und sehe ich noch immer als Vorteil, denn nur so lassen sich ein so geringes Gewicht und ein solch günstiger Preis realisieren. Da der Sensor der 20D selbst noch bei ISO 200 völlig rauschfreie Bilder abliefert, habe ich f 2.8 noch nie vermisst. Mit diesen beiden Zoom-Objektiven decke ich jetzt den gleichen Brennweitenbereich von 28 bis 300 mm ab wie zuvor mit fünf Festbrennweiten!

Wichtige Anmerkung: Die von mir nachfolgend geschilderten Erfahrungen mit den beiden Canon-Zooms beziehen sich auf die Verwendung am APS-C-Sensor der 20D. Beide Objektive zeichnen aber den vollen Kleinbildkreis aus, sind also auch an analogen SLRs und DSLRs mit Vollformatsensor einzusetzen

   

   Canon EF L 4.0 / 17 - 40 mm USM

   

Canon Zoom EF L 17-40

   

Die technischen Daten       ... kurz zusammengefasst

Brennweitenbereich:              17 - 40 mm        (mit APS-C-Sensor Canon 20D entsprechend 27,2 x 64 mm)

Bildkreis:                                 Vollformat / Kleinbild 24 x 36 mm

Autofocus:                               Ultraschallmotor USM

Konstruktion:                          Drehzoom / 12 Linsen in 9 Gruppen, mit 2 asphärischen und einer Super-UD-Linse

Blendenbereich:                      Blende 4.0 bis Blende 22

Filterdurchmesser:                  77 mm

Naheinstellgrenze:                  28 cm

Abmessungen:                        Durchmesser 83,5 mm / Länge 96,8 mm

Gewicht:                                 475 gr

Zubehör:                                Gegenlichtblende und Transportbeutel im Lieferumfang enthalten

    

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Canon EF L 4.0 / 17 - 40 mm       PRO + CONTRA

+ + + PRO + + +       Abbildungsleistung

Das wichtigste vorneweg: Die Abbildungsleistung dieses 2,3fach Zooms ist in der Praxis rundum überzeugend. Im Messlabor mag sicher die eine oder andere Schwäche nachweisbar sein. Im Ausdruck aber oder auf dem Bildschirm (in der 100%-Darstellung / nur so lässt sich ein Bild exakt beurteilen) sind für mich keine nennenswerten Schwächen zu entdecken. Schärfe und Kontrast sind hervorragend und, dies vielleicht der wichtigste Punkt, die Farben werden satt, leuchtend und korrekt dargestellt. Vieles lässt sich nachträglich mit einem guten Bildbearbeitungsprogramm korrigieren. Fehlfarben aber lassen sich, wenn überhaupt, nur mit hohem Aufwand beseitigen.

Ein sehr gutes Zoom unterscheidet sich zudem von einem mittelmäßigen durch den Nutzwert der Anfangsöffnung. Viele f3.5 - 5.6 - Zooms können mit offener Blende de facto nicht eingesetzt werden, zu lausig ist dabei die Abbildungsleistung. Auch hier besticht das EF L 4.0/17 - 40 mm. Zum einen bietet es eine über den gesamten Brennweitenbereich konstante Anfangsöffnung von f4.0 und, weit wichtiger noch, am APS-C-Sensor liefert es bereits bei offener Blende eine mehr als überzeugende Leistung ab. Abgeblendet um zwei Stufen, auf Blende 8, läuft es dann zu seiner Bestform auf. Abblenden auf Blende 11 oder gar 16 bringt nur noch etwas mehr Tiefenschärfe, aber keinen Zuwachs in Sachen Abbildungsqualität. Ab f11 nimmt die Bildschärfe, bedingt durch die Beugung der Lichtstrahlen an den zu einem winzig kleinen Kreis geschlossenen Blendenlamellen, allmählich wieder ab.

Für ein extremes Weitwinkel-Zoom ist auch die (kissenförmige) Verzeichnung, zumindest am APS-C-Sensor, bei Einstellung auf 17 mm mehr als akzeptabel. Auch die Abschattung in den Bildecken, die Vignettierung, fällt am APS-C-Sensor relativ bescheiden aus und ist ohnehin nur bei Motiven mit einem gleichmäßigen Hintergrund, wie beispielsweise blauem Himmel, zu sehen. Bei strukturierten Motiven fällt die Vignettierung dagegen kaum auf und lässt sich durch abblenden um zwei Stufen zudem völlig beseitigen. Beim Einsatz des EF L 4.0/17 - 40 mm an einem Vollformatsensor dürfte sich ein nicht ganz so positives, sicher aber immer noch mehr als befriedigenes Bild ergeben.

Äusserst begeistert bin ich auch von Souveränität, mit der das EF L 4.0/17 - 40 mm Gegenlichtaufnahmen meistert. Es ist dabei nahezu frei von unerwünschten Reflexen oder Geisterbildern und die Sonnenstrahlen werden, abgeblendet auf f11 oder f16, in perfekter Sternform abgebildet. Damit hatte ich nicht gerechnet, sind doch die meisten Zooms mit Gegenlichtaufnahmen völlig überfordert. Welch angenehme Überraschung!

   

Streuobstwiese, Nordschwarzwald, Deutschland

Canon 20D bei ISO 200 mit EF L 4.0/17-40 @ 17mm      ... kurz belichtet @ 1/200 sec und f16
Spätsommerabend im Nordschwarzwald. Würzbach, Deutschland

   

+ + + PRO + + +       Preis/Leistung

Mit einem offiziellen Verkaufspreis von rund 800,- € kostet das EF L 4.0/17 - 40 mm weniger als die Hälfte des EF L 2.8/16 - 35 mm. Wer also auf die Anfangsöffnung f2.8 verzichten kann, und mit der hervorragenden Abbildungsqualität heutiger DSLRs bei höheren ISO-Einstellungen sollte das kein Problem sein, bekommt für relativ wenig Geld ein Traumobjektiv. Zudem erzielen Canons L-Objektive auch nach Jahren des Gebrauchs noch gute Verkaufspreise, stellen also eine gute Investition dar.

   

+ + + PRO + + +       Verarbeitung   

Die Metall-Kunststofffassung des EF L 4.0/17 - 40 mm macht einen sehr robusten, wertigen Eindruck. Zoom- und Fokussierring laufen sauber und weich. Letzterer aber verursacht an meinem Objektiv bei manueller Scharfstellung ein leicht schabendes Geräusch, kaum störend aber doch auffallend. Zusammen mit der 20D liegt das Objektiv perfekt in der Hand. Es verändert seine Baulänge auch während des Zoomens nicht und die Innenfokussierung sorgt für ein jederzeit feststehendes, nicht mitdrehendes Frontelement. Der Ultraschallringmotor, kurz USM, fokussiert schnell, präzise und zudem sehr leise. Ausserdem dreht der Fokussierring im AF-Betrieb nicht mit. Dennoch kann jederzeit manuell korrigierend in den Scharfstellvorgang eingegriffen werden. Perfekt!

Die Auflagefläche am Bajonett verfügt über eine Gummidichtlippe. So haben Staub und Nässe keine Chance ins Kameragehäuse einzudringen. Anders sieht es dagegen am Frontelement des Objektivs aus. Beim Zoomen bleibt die Baulänge des Objektivs zwar konstant, die Frontlinse bewegt sich dabei aber gute sechs oder sieben Millimeter. Dabei ensteht ein Spalt, durch den durchaus auch Staub ins Innere eindringen kann. Abhilfe schafft hier ein Frontfilter. Aus diesem Grund habe ich immer einen Klarglasfilter in der Fototasche. Dieser kommt immer dann zum Einsatz, wenn ich in extrem staubigen, windigen Verhältnissen oder in salziger Meerluft fotografiere.

   

Atlantikküste, Cornwall, England

Canon 20D bei ISO 400 mit EF L 4.0/17-40 @ 40mm      ... kurz belichtet @ 1/400 sec und f8
Wellen, Gischt und Nebelschwaden an Cornwalls Atlantikküste. Bei Tintagel, England

   

- - - CON - - -       Brennweitenbereich

Auf meinem Wunschzettel stand eigentlich ein etwas größerer Brennweitenbereich. Die Lücke zwischen dem EF L 4.0/17 - 40 mm und dem EF L 4.0/70 - 200 mm ist für meinen Geschmack mit 30 mm etwas groß. Aber dafür gibt es ja seit geraumer Zeit das in die Reihe der f4.0-Objektive gehörende EF L 4.0/24 - 105 mm IS. Dieses Objektiv bietet mir aber, sicherlich zuvorderst für den Einsatz an der Vollformat-DSLR Canon 5D gemünzt, am APS-C-Sensor etwas zu wenig Weitwinkel. Ansonsten wäre es das ideale Objektiv für die Reisefotografie, speziell in Städten, wo die Motive meist nicht warten bis ich endlich das Objektiv gewechselt habe.

- - - CON - - -       Gegenlichtblende

Die bei allen Objektiven der L-Serie lobenswerterweise mitgelieferte Gegenlichtblende des EF L 4.0/17 - 40 mm ist riesig! So riesig, dass mich diese selbst nach zwei Jahren noch immer beeindruckt, entspricht deren Durchmeser doch ziemlich genau der Bauhöhe der Canon 20D. Dass die Gegenlichtblende eines bei 17 mm beginnenden Weitwinkelzooms riesig ausfallen muss, ist mir völlig klar und auch bezüglich der Effizienz, die bei Endstellung 40 mm natürlich nur einen Kompromiss darstellen kann, hege ich keine falschen Hoffnungen. Ein wirklicher Nachteil ist das ohnehin nicht, da dieses Objektiv sehr wenig Probleme mit Gegenlicht hat.

Gegenlichtblende 17-40

Bei der Verwendung an einer DSLR mit APS-C-Sensor aber darf man sich durchaus die Frage stellen, ob diese für das Vollformat dimensionierte Gegenlichtblende überhaupt noch Wirkung zeigt. Liebe Canon-Leute, warum packt ihr uns nicht einfach eine zweite Blende, für die kleineren Sensoren berechnet, mit in den Pappkarton? Kann nicht so viel kosten! Die Fixierung des Blendenbajonetts empfinde ich zudem als etwas klapprig, diese würde ich mir solider und präziser rastend wünschen.

   

   

   Canon EF L 4.0 / 70 - 200 mm USM

   

Canon Zoom EF L 70-200

   

Die technischen Daten       ... kurz zusammengefasst

Brennweitenbereich:              70 - 200 mm        (mit APS-C-Sensor Canon 20D entsprechend 112 x 320 mm)

Bildkreis:                                 Vollformat / Kleinbild 24 x 36 mm

Autofocus:                               Ultraschallmotor USM

Konstruktion:                          Drehzoom mit 16 Linsen in 13 Gruppen, mit einer Fluorit-Linse und zwei UD-Linsen

Blendenbereich:                      Blende 4.0 bis Blende 32

Filterdurchmesser:                  67 mm

Naheinstellgrenze:                 120 cm

Abmessungen:                        Durchmesser 76 mm / Länge 172 mm

Gewicht:                                  705 gr

Zubehör:                                 Gegenlichtblende und Transportbeutel im Lieferumfang enthalten       

                                                Stativschelle muss separat erworben werden

   

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Canon EF L 4.0 / 70 - 200 mm       PRO + CONTRA

+ + + PRO + + +       Abbildungsleistung

Es ist schwer über die Qualitäten des EF L 4.0/70 - 200 mm zu schreiben, ohne Gefahr zu laufen, der Lobhudelei beschuldigt zu werden. Aber wenn es um die Abbildungsqualität dieses Zooms geht, gibt es schlichtweg nichts zu kritisieren. Es liefert satte, wirklichkeitsgetreue Farben, bei hervorragendem Kontrast und begeisternder Schärfe und das bereits bei offener Blende. Abgeblendet auf f8 reicht dieses Zoom selbst an die besten Festbrennweiten heran, Unterschiede sind allenfalls messtechnisch nachweisbar.

Bei offener Blende zeigt das EF L 4.0/70 - 200 mm eine hervorragende Trennung von Motiv und Hintergrund, dieser wird seidig weich dargestellt. Verzeichnungen oder Abschattungen sind selbst bei offener Blende und Einstellung auf die kürzeste Brennweite von 70 mm kaum wahrnehmbar. Einziger Wermutstropfen ist die recht hohe Streulichtanfälligkeit, darüber aber später mehr.

   

Boulespieler, Aigues Mortes, Frankreich

Canon 20D bei ISO 1600 mit EF L 4.0/70-200 @ 200mm      ... kurz belichtet @ 1/160 sec und f4.0
Boulespieler bei der Planung des entscheidenden Wurfs. Aigues Mortes, Camargue, Frankreich

   

+ + + PRO + + +       Preis/Leistung

Jetzt geht die Lobhudelei erst richtig los: es dürfte nämlich schwer sein für wenig mehr als 700,- € ein besseres Objektiv zu finden. Das EF L 4.0/70 - 200 mm ist die preiswerteste Einstiegsdroge in Canons Welt der L-Gläser. Derart angefixt, dürfte es den meisten Nutzern schwer fallen, nicht in ein inniges Abhängigkeitsverhältnis zu den professionellen Objektiven mit dem roten L und dem roten Ring zu geraten. Nur zur Verdeutlichung der Relationen: Canons Konkurrenz aus dem eigenen Hause, das EF L 2.8/70 - 200 mm IS, kostet mit über 2.000,- € annähernd dreimal so viel und wiegt mit 1.570 Gramm auch noch mehr als das doppelte.

   

+ + + PRO + + +       Verarbeitung

Auch hier gibt es nichts als Lob zu verteilen. Das Objektiv verfügt über eine äusserst robuste Metallfassung und die gummierten Drehringe für die Brennweitenverstellung sowie die manuelle Scharfstellung sind griffig und befinden sich exakt da, wo meine Hand sie sucht. Das EF L 4.0/70 - 200 mm ist ein hochwertiges, vertrauenerweckendes Produkt, wie man es heutzutage leider nicht mehr allzu oft findet. Die Frontlinse dreht sich dank Innenfokussierung nicht mit und auch die Baulänge bleibt während des Zoomens konstant. Und anders als beim EF L 4.0/17 - 40 mm bewegt sich die Frontlinse beim Zoomen nicht, es kann also auch keinerlei Staub eindringen. Dafür fehlt aber die Gummidichtlippe am Bajonett. Warum ist mir nicht ganz klar, da doch alle L-Objektive als wetterfest vermarktet werden.

   

Sonnenuntergang im Nordschwarzwald, Deutschland

Canon 20D bei ISO 100 mit EF L 4.0/70-200 @ 200mm      ... kurz belichtet @ 1/125 sec und f8
Der Abendnebel zeichnet perfekte Stufen in die Höhenzüge des Nordschwarzwaldes. Bei Kaltenbronn, Deutschland

   

- - - CON - - -       Canon! WHY WHITE??

Warum nur muss das Ding weiß sein? Antworten wie, das war bei uns schon immer so oder darüber hat sich noch nie jemand beklagt, finde ich übrigens unbefriedigend. Natürlich ist mir bekannt, dass Canons Tele-Objektive seit jeher durch dieses leckere, sahnige Cremeweiß gezogen werden. Dadurch aber wird die Sache nicht besser. Sollte ich einmal schreckliche Langeweile haben, werde ich versuchen über mögliche Vorteile nachzudenken. Ich fürchte nur, mir werden keine einfallen.

Der Nachteil dagegen fällt mir schnell ein: Die weißen Dinger fallen auf wie bunte Hunde. Alles schreit aus vollem Hals Profi und das ist in den meisten Situationen kontraproduktiv. Sei es nun bei der Tierfotografie, wo es wenig Sinn macht, im Tarnversteck sitzend mit einem leuchtend weißen Tele herumzufuchteln oder bei der Streetphotography, wo man sich gleichfalls so unauffällig wie möglich bewegen möchte. Als alter Klebestreifen-Fetischist denke ich jedenfalls ernsthaft datüber nach, dem Ding mit einer großen Rolle tiefschwarzem Gewebeband zuleibe zu rücken.

   

- - - CON - - -       Gegenlichtblende und Stativschelle

Ist die Gegenlichtblende erst einmal arretiert, will ich mich nicht mehr über sie beklagen. Leider aber ist das Ansetzen eine fummelige Angelegenheit und nervt immer dann ganz besonders, wenn es wieder einmal schnell gehen soll. Zudem muss die Gegenlichtblende wieder abgenommen und umgekehrt angesetzt werden, bevor das 70 - 200 in meine Fototasche passt. Und das ist noch fummeliger! Eine sauber und problemlos arretierende Ausführung sollte doch kein Problem sein, oder? Am liebsten wäre mir eine ausziehbare Gegenlichtblende, so wie es sie beispielsweise am EF L 4.0/300 mm IS gibt.

Stativschelle 70-200

Die Tatsache, dass die Stativschelle nicht mitgeliefert wird, könnte so manchem Anwender suggerieren, selbige sei überflüssig. Ist sie aber nicht! Mit seiner Baulänge von gut 17 cm und einem Gewicht von gut 700 Gramm, ist ein Stativeinsatz des EF L 4.0/70 - 200 mm ohne Stativschelle kaum möglich. Erfährt ein Interessent deren Preis, wird er sich ein zweites Mal fragen, ob sie nicht vielleicht doch zu entbehren sei? Nein, ist sie nicht! Liebe Canon-Leute, verlangt einfach ein paar Euro mehr für dieses hervorragende Objektiv und packt das Teil gleich mit in den Karton. Und wenn ich gerade beim rummäkeln bin: die Klemmung der weit über 100,- € teuren Stativschelle könnte etwas strammer ausgelegt sein. Bei meiner Ausführung jedenfalls hält das Objektiv erst zuverlässig, seit ich die Passung mit einem Streifen Tesafilm am Objektivtubus nachgebessert habe.

   

- - - CON - - -       Streulichtanfälligkeit

Im Gegensatz zum EF L 4.0/17 - 40 mm kommt das EF L 4.0/70 - 200 mm mit Gegenlichtsituationen gar nicht klar. Brennt die Sonne auf die Frontlinse, rächt sich das gequälte Zoom durch schillernde Schlieren und allerlei bunte Reflexe. Gegen direktes Sonnenlicht kann natürlich auch die fummelige Gegenlichtblende nichts ausrichten. Da ich gerne und oft in die Sonne fotografiere - leuchten muss es - bedaure ich das natürlich sehr. Dies ist die Kröte, die es bei dieser ansonsten hervorragenden Linse wohl oder übel zu schlucken gilt.

   

   

   Fazit

Nach gut zwei Jahren und zahlreichen Fotoreisen bin ich mit meiner neuen Ausrüstung für die Reisefotografie rundum zufrieden. Sie ist kompakt, zuverlässig, robust und wird mir selbst bei stundenlangen Fußmärschen nicht zu schwer. Echte Schwachstellen haben sich keine aufgetan und mein Vertrauen in die digitale Fotografie hat einen mächtigen Sprung nach vorn getan: bei zwischenzeitlich weit über 12.000 Aufnahmen gab es nicht eine einzige Bilddatei, die nicht lesbar oder beschädigt gewesen wäre. In Sachen Abbildungsqualität bilden meine Canon 20D und die beiden L-Objektive ein hervorragendes Team, das kaum Wünsche offen lässt. SchadeSchadeSchade nur, dass es das EF L 4.0/70 - 200 mm vor zwei Jahre noch nicht mit Bildstabilisator gab. Das zur Photokina 2006 vorgestellte EF L 4.0/70 - 200 mm IS jedenfalls weckt Begehrlichkeiten, soll der neue Bildstabilisator doch bis zu vier Blenden Verwacklungsschutz bringen.

Als einziges Problem hat sich für mich der Übergangsbereich zwischen den beiden Objektiven herausgestellt. Dabei stört mich weniger die Lücke von exakt 30 Millimetern, sondern die Tatsache, dass ich ich mich bei meiner Art in Städten zu fotografieren permanent im Brennweitenbereich von etwa 20 bis 150 Millimetern bewege. Was wiederum permanentes Objektivwechseln notwendig macht. Dadurch ist mir schon das eine oder andere Motiv durch die Lappen gegangen. Ausserdem ist das ständige Rucksack runter, Reißverschluß auf, Objektiv raus undsoweiterundsofort schlichtweg lästig. Wie ich einstmals glücklich und zufrieden mit fünf Festbrennweiten jonglieren mochte, ist mir schon heute ein Rätsel. Aber aus diesem Grunde gibt es zwischenzeitlich ja das Canon EF L 4.0/24 - 105 mm IS oder, schon seit längerem, das Tamron SP 3.5-5.6/24 - 135 mm. Da ich noch etwas Platz in der Fototasche schaffen konnte, habe ich mir vor ein paar Monaten ergänzend und zum Testen das Tamron-Zoom zugelegt. Über meine Erfahrungen mit diesem Objektiv werde ich demnächst in einem eigenen Beitrag berichten ...

   


   

COPYRIGHT 2006 Text & Fotografie STEFAN KÄLBERER

   

   

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